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Georedundante IT-Systeme für Unternehmen – Hochverfügbarkeit an zwei Standorten

23
Okt

2017
SENTINEL
SENTINEL IT-Blog: Know-How
- Okt 2017
- Keine Kommentare

Der Worst-Case ist eingetreten: Ein Wasserschaden hat Ihr Büro komplett verschlungen und dabei alle wichtigen Server beschädigt. Gut, dass sie regelmäßig Backups gemacht haben! Aber was nun? Die Beschaffung neuer Server und die Wiederherstellung der Daten wird Tage dauern. In dem Zeitraum ruhen alle IT-gestützten Geschäftsprozesse. Der Schaden schießt in die Höhe und bedroht schnell die Existenz des Unternehmens.

Der Betrieb zentraler Serversysteme ist unternehmensentscheidend. Dabei geht es nicht nur um Kundendaten, sondern auch um die interne Infrastruktur, Mitarbeiter, Abrechnungen und mehr. Ein großer Schaden, wenn all das verloren geht und tagelang nicht genutzt werden kann! Gut, dass die moderne IT Möglichkeiten hat, um vorzubeugen: Wenn Sie Ihre Systeme georedundant betreiben, können Sie solchen Horrorszenarien entspannt entgegentreten.
Lesen Sie bei uns, wie Sie Ihren Betrieb sichern können!

Was für einen Zweck hat Georedundanz?

Der Begriff Georedundanz besteht aus zwei Teilen. Das griechische “Geo” kennen wir aus dem Geographieunterricht in der Schule und steht für die Erde. “Redundanz” bezieht sich auf die Technik und beschreibt IT- Ressourcen, die zum gleichen Zweck doppelt gelagert werden. Zusammengesetzt handelt es sich bei der Georedundanz um Hardware, Software oder Informationen, die mehrfach an unterschiedlichen Orten auf der Welt existieren.

Das klingt auf den ersten Blick nach Internationalität und viel komplexer Technik. Aber wenn Sie Ihren Haustürschlüssel einmal bei sich tragen und einmal bei guten Freunden gelagert haben, haben Sie auch schon georedundant gearbeitet. Es ist grundsätzlich ein sehr einfaches Prinzip, die zentralen IT-Systeme an zwei Standorten zu betreiben und entsprechende Ressourcen an beiden Standorten vorzuhalten.

IT-Systeme mit Georedundanz: Sicher in die Zukunft

Die Speicherung an mehreren Orten ist streng genommen noch nichts neues: Jeder IT-Laie weiß, dass die Datensicherung samt zugehöriger Speichermedien nichts in der Nähe der Produktivumgebung zu suchen hat und wenn mehrere Brandabschnitte vorhanden sind, diese auch für die Trennung von Produktiv-Systemen und Backup-Daten zu nutzen sind!

Dabei hat der Speicherort der Backups erst einmal noch nichts mit Georedundanz zu tun. Bei einem entfernten Backup werden Daten so weit weg gesichert, dass ein physischer Zwischenfall (Feuer, Wasser, Diebstahl, Bauschäden etc.) zwar die Produktivsysteme zerstört, aber die Datensicherung noch vorhanden ist. Ihre Daten sind also vor einer vollständigen Zerstörung sicher. Das Backup ist dementsprechend ein Sicherheitsfaktor. Der Nachteil des entfernten Backups: Bei einer längerfristigen Störung der Systemumgebung oder einer physikalischen Beschädigung von Hardware sind die Wiederanlaufzeiten entsprechend lang – teilweise Stunden, bis Tage, in Extremfällen auch Wochen.

Bei einem georedundanten Betrieb der Systemumgebung geht es um die Verfügbarkeit. Wenn ein Standort wegfällt, zum Beispiel aufgrund physischer Beschädigung, oder auch bei Netzwerkausfällen, übernimmt automatisch und nach wenigen Sekunden oder Minuten der jeweils andere Standort den Betrieb. Hierdurch verringert sich die Auswirkung auf den Betrieb, die Georedundanz ist also ein wichtiger Faktor für die Verfügbarkeit der Systemumgebung. Das Stichwort: Business-Continuity durch Standortredundanz.
Durch die Georedundanz sind die Daten niemals auf einem einzigen Gerät gespeichert, sondern über beide Standorte gespiegelt. Damit sollte auch klargestellt sein: Georedundanz ersetzt kein Backup. Werden Daten an Standort A gelöscht oder verfälscht, wird diese Änderung mit sofortiger Wirkung auch auf Standort B übertragen. Geben Sie sich nicht der Annahme hin, Sie könnten hier noch gegenwirken – die IT-Systeme sind schneller als Sie es sind.

Bei der Georedundanz handelt es sich also nicht um ein Sicherheitsthema, sondern es geht vielmehr um die Verfügbarkeit von Produktiv-Systemen. Im Fachjargon spricht man davon, mit Georedundanz den „Business-Impact“, also die negativen Auswirkungen eines IT-Ausfalls, abmildern zu können.

3 Möglichkeiten, wie Sie Georedundanz realisieren

  1. Die einfachste Variante ist es, eine doppelte Systemumgebung herzustellen und die Daten zwischen den Systemen zu synchronisieren. Was zunächst logisch und einfach klingt, birgt große Probleme: Wenn die Synchronisation zu langsam ist, haben Sie im Notfall die Wahl – reparieren Sie das Live-System, oder schwenken Sie auf den veralteten Datensatz? Insbesondere wenn Sie über Ihre Datensätze in ERP-Systemen oder zum Beispiel über wichtige CAD-Zeichnungen und jegliche Datenbanken nachdenken, verliert diese Variante an Attraktivität.
  2. Realisieren Sie die doppelte-Systemumgebung auf Storage-Ebene: Mit der blockweisen Datenübertragung direkt vom Speicher kann der gesamte Storage-Inhalt fast Live auf einen zweiten Standort übertragen werden, sodass mit minimalen Differenzen zu rechnen ist. Solche Systeme lassen sich zum Beispiel mit Hyperkonvergenten Systemen realiseren (mehr zu Hyperconvergenz: hier). Ein Nachteil: Die benötigte Bandbreite und Anbindung sind extrem teuer, wenn Ihre Standorte mehrere Kilometer auseinanderliegen sollten. Diese Variante eignet sich am besten, wenn Sie Geo-Redundanz auf dem eigenen Werksgelände realisieren wollen und die Verkabelung in den eigenen Händen liegt. Vorausgesetzt das Gelände ist groß genug, um dann noch dem Begriff „Geo-Redundanz“ gerecht zu werden.
  3. Ein Cloud-Service der von Haus aus Geo-Redundanz anbietet ist eine gute Alternative für mittelständische Unternehmen. Einige Cloud-Anbieter können Cloud-Ressourcen anbieten, die wie in Punkt 2 auf Speicher-Ebene an mehreren Standorten vorgehalten werden. Ihr Vorteil hier: Dadurch, dass Sie sich diese teure Technik mit anderen Kunden teilen, erhalten Sie sie im Endeffekt deutlich günstiger. Und mit dem Konzept, der Installation und der Wartung haben Sie darüber hinaus nichts zu tun.

 

Fazit: Doppelt hält besser – Georedundanz für Unternehmen

Bei der Georedundanz geht es vor allem um das Risiko eines Ausfalls: Was passiert, wenn aufgrund von Hardware-Schäden Ihr Unternehmen 1, 2 oder 3 und mehr Tage nicht IT-gestützt arbeiten kann? Wie groß ist der Impact?
Diese Überlegungen sind es, die Konzerne schon vor Jahren dazu veranlasst haben, echte Standortredundanz herzustellen. Mit neuen Technologien und standardisierten Services gelingt Ihnen dies nun auch im Mittelstand – und sollte damit bei der Betrachtung von Datensicherheit und Business-Continuity berücksichtigt werden. Zur Entscheidungsfindung können wir Sie gerne zu den verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten beraten. Rufen Sie uns an!

 

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