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Für Unternehmen: So richten Sie Kunden-WLAN richtig ein

08
Jan

2018
SENTINEL

Schnell im Café die Nachrichten checken, auf dem Friseurstuhl Mails beantworten und im Laden die technischen Details zu einem Produkt checken: Für viele Menschen ist es wichtig, stets online zu sein. Mit dem neuen Gesetz zur Störerhaftung ist es für Unternehmer einfacher denn je geworden, kostenloses WLAN für Kunden anzubieten. Aber dabei sollten Sie einige Punkte beachten, um auf der sicheren Seite zu sein. Wir haben für Sie zusammengefasst, was Sie bei Ihrem freien WLAN-Hotspot für Kunden beachten müssen.

Lohnt sich Kunden-WLAN für Ihr Unternehmen?

Für viele Unternehmer stellt sich die Frage, ob sich freies WLAN für Kunden in den Geschäftsräumen eigentlich lohnt. Denn nicht jedes Geschäft braucht unbedingt den nahtlosen Zugang zum Internet. In größeren Unternehmen ist dies bereits kein Thema mehr, Gäste-Zugänge gehören einfach dazu, damit Besucher online Ihre Daten abrufen können. Aber für manche Branchen kann sich auch in kleinere Liegenschaften der Hotspot durchaus anbieten:

• Geschäfte, in denen Kunden viel Zeit verbringen (Möbelläden, Elektrofachhändler, große Einkaufszentren, Baumärkte)
• Läden an Orten mit schlechtem Empfang
• Hotels, die ihren Gästen etwas Gutes tun wollen
• Dienstleister, die mit Wartezeiten verbunden sind (Ärzte, Friseure, Handwerksbetriebe)
• Unternehmen, die häufig externe Kunden in ihren Geschäftsräumen empfangen
• Cafés und Restaurants, die Ihre Kunden auf einen Kaffee mehr einladen wollen

Grundsätzlich gilt: Wo es WLAN gibt, bleiben die Kunden länger und kommen gerne wieder. Und das geht in der Regel mit mehr Konsum oder einer höheren Weiterempfehlungsrate einher.

Störerhaftung abgeschafft: Freies WLAN für alle

Bisher war es rechtlich brisant, ein offenes WLAN-Netzwerk anzubieten. Durch die Störerhaftung hätte man Sie für Verfehlungen Ihrer Kunden belangen können. Wenn sich also ein User in Ihr Netzwerk eingeloggt hätte, um dort illegal Downloads zu tätigen, wären Sie zur Verantwortung gezogen wurden. Daher haben viele Anbieter keine offenen Netze angeboten, sondern die User zum Einloggen und Registrieren mit einem Passwort gezwungen. Zum Glück hat sich das jetzt geändert.

Das Dritte Gesetz zur Änderung des Telemediengesetzes erlaubt es seit dem 01. Juli 2017 offene WLAN-Hotspots zu betreiben. Die User müssen sich vorher nicht mehr registrieren – ein positiver Schritt, denn genau das hat viele Kunden abgeschreckt. Rechteinhaber können maximal verlangen, dass Sie bestimmte Webadressen sperren. Aber Abmahnwellen sind nicht mehr zu befürchten.

Ihr Hotspot muss richtig eingerichtet werden

Nur weil es rechtssicherer geworden ist, WLAN-Hotspots für Kunden freizugeben, ist es nicht komplett frei von Risiken. Denn jeder offene WLAN-Punkt ist ein möglicher Angriffspunkt für Hacker oder Unruhestifter. Deswegen ist es besonders wichtig, dass Sie Ihr öffentliches WLAN professionell einrichten und absichern.

Sie sollten Ihr Firmen-Netzwerk für die Mitarbeiter und das offene Netzwerk für die Kunden strikt voneinander trennen. Damit sind Ihre Firmendaten vor einem Zugriff von außen geschützt. Das bedeutet auch, dass sich die Mitarbeiter mit ihren Privat- oder Firmenhandys nicht ins gut gesicherte Firmennetz einloggen sollten. Über die freie Leitung können sonst Viren oder Spyware ins Unternehmensnetz gelangen. Es ist ganz einfach, Ihre Internetanbindung in einen geschlossenen und einen öffentlichen Bereich einzuteilen. Damit ermöglichen Sie Ihren Kunden das unkomplizierte Surfen, sind dabei aber vor Angriffen geschützt.

Die 7 Schritte zum Kunden-WLAN (für Fachpersonal):

1. Erstellen Sie ein neues Netzwerk (Subnetz), für die Kunden-Geräte in einem VLAN
2. Konfigurieren Sie einen DHCP-Server mit niedriger Lease-Time (die Kunden sind meist ja nur einige Stunden vor Ort). Achten Sie darauf, dass der Adressbereich groß genug ist
3. Richten Sie externe DNS-Server ein (Google wird z.B. gerne genommen: 8.8.8.8 und 8.8.4.4)
4. Konfigurieren Sie in Ihrer Firewall, dass das neue Kunden-Netz nicht mit dem internen Netzwerk kommunizieren darf
5. Legen Sie das VLAN auf die Switch-Ports, an denen die Access-Points angeschlossen sind
6. Erstellen Sie eine neue WLAN-SSID für Ihr Kunden-Netz und legen Sie dies in das neue VLAN
7. Testen Sie!

Eine VLAN-Konfiguration erlaubt eine saubere Trennung und ist die technisch bessere Lösung gegenüber separaten Access-Points, für das Kunden-Netz. So belegen Sie nicht unnötig viele Kanäle im WLAN und das zentrale Management erlaubt eine saubere Abdeckung.
Es versteht sich von selbst, dass die Konfiguration von Fachpersonal durchgeführt werden sollte und der Test nicht nur die Funktion selbst beinhaltet – sondern auch geprüft werden muss, was nicht geht. Ist zum Beispiel aus dem Kunden-Netz ein Zugriff auf interne Geräte möglich, sollten Sie dringend noch einmal nacharbeiten.

Wenn Sie das Kunden-WLAN zusätzlich etwas regulieren wollen, können Sie alle Verbindungen nach außen Einschränken. Die meistens benötigten Ports sind:
– Port 80 für http Traffic
– Port 443 für HTTPS Traffic
– Port 500 für IPsec VPN (im B2B Bereich oft benötigt)

Alle anderen, können verboten und nur bei Bedarf auf Anfrage geöffnet werden.
 

Fazit: Ein Geschenk für Ihre Kunden

Der stationäre Handel kann von freiem WLAN sehr profitieren. Und im Gastgewerbe führt ein freier Hotspot unmittelbar zu längeren Verweilzeiten und glücklicheren Gästen. Aber vorschnelles Handeln kann trotzdem Konsequenzen haben. Es ist besser, das WLAN für Ihr Unternehmen einmal fachgerecht einzurichten, statt ständig Probleme mit Viren oder anderen Problemen zu haben. Das belohnt nicht nur Ihre Kunden, sondern auch Sie – mit einer einwandfrei laufenden IT, die Sie täglich unterstützt.

 

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