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Storage-Server für Unternehmen: Wo liegt der Unterschied zwischen NAS und SAN?

12
Feb

2019
SENTINEL

In jedem Unternehmen müssen verschiedene Mitarbeiter Zugriff auf dieselben Daten bekommen. Dafür brauchen Sie in Ihrem Netzwerk dedizierte Speichersysteme, die sogenannten Storage Server. NAS- und SAN-Server erfüllen genau diese Aufgabe. Aber die beiden Optionen unterscheiden sich durch viel mehr als nur die Reihenfolge der Buchstaben. Wie sich die Unterschiede in der Praxis äußern und was die bessere Wahl für Ihr Unternehmen ist, erfahren Sie in unserem IT-Blog!

NAS (Network Attached Storage): Die flexible Basic-Lösung für Unternehmen

Ein NAS ist im Grundprinzip nichts anderes als ein Computer im Netzwerk, der als reiner Datenspeicher dient. Er ist über einen Router, einen Switch oder direkt an Computern angeschlossen und dient als externer Speicher. Man bezeichnet NAS daher als netzwerkgebundenen Speicher.

Der große Vorteil: Sie müssen bestimmte Daten nicht in mehreren Kopien auf allen Geräten im Netzwerk speichern. Über das Unternehmens-Netzwerk greifen alle PCs, Laptops und Smartphones auf den Netzwerkspeicher zu. Das funktioniert auch Remote und aus großer Entfernung.

Die Einbindung ins Netzwerk ist gleichzeitig die größte Schwäche des NAS: Die Datenübertragungsrate ist an die Geschwindigkeit der Netzwerkverbindung gekoppelt. Bei höherer Belastung oder großen Dateien kann es deswegen dauern, bis ein Nutzer auf eine Datei zugreifen kann.

Wofür eignen sich NAS-Server?

  • Ein NAS kann theoretisch auch andere Aufgaben übernehmen als die reine Storagefunktion. Da er im Grundsatz ein normaler Computer ist, kann er, je nach Ausstattung durch den Hersteller, als Netzwerkknoten oder Mailserver dienen oder zusätzliche Rechenpower liefern.
  • Als externer Speicher sind NAS ein guter Aufbewahrungsort für Backups, Archive und Sicherungskopien.
  • Kleine Unternehmen brauchen selten die Funktionen einer größeren Lösung. Für Office-Dateien, Mails oder Bilder reicht die Datenübertragungsrate problemlos aus.

SAN (Storage Area Network): Leistungsstarker Storage für große Netzwerke

SAN-Server sind keine individuellen Geräte, sondern immer ein Netzwerk an dedizierter Hardware. Sie basieren auf einzelnen Serverblocks, die sich untereinander austauschen. Dadurch ist es möglich, dass mehrere Nutzer gleichzeitig auf Daten zugreifen – ohne Cloud-Anbindung. SAN funktioniert komplett offline und ist dadurch unabhängig von den Limitierungen der Internetverbindung. Das ermöglicht schnelleren Datenaustausch im Netzwerk. Viele SAN-Systeme nutzen ein Fiber Channel-Network, welches sehr schnelle Transfers ermöglicht. Selbst sehr große Dateien wie Videos, 3D-Modelle oder Multimediafiles sind innerhalb weniger Millisekunden auf der Workstation des Mitarbeiters verfügbar. Wenn Sie noch einen Schritt weiter gehen, gelangen Sie zum SDS (Software-Defined-Storage), zum Beispiel mit VMware vSAN.

Durch den Einsatz von vSAN haben sie eine Vielzahl an Möglichkeiten effiziente Systeme aufzubauen. Der Ausbau als hyperkonvergentes System ist eine dieser Möglichkeiten, die Ihnen vSAN bietet. Weitere Informationen zu HCI (Hyperconverged Infrastructure) finden sie in unserem Produktportfolio.

Damit kommen wir zum größten Nachteil dieses Storagesystems: SAN-Netzwerke sind sehr teuer und komplex. Sie brauchen im Unternehmen jemanden, der diese Server administrieren kann – oder einen guten externen Partner.

Wofür eignen sich SAN-Netzwerkspeicher?

  • Sehr gut für größere Unternehmen ab 30 Mitarbeitern geeignet: extrem schneller Dateizugriff, selbst in großen Netzwerken mit vielen Nutzern.
  • Die beste Alternative, wenn Ihr Unternehmen mit sehr rechenintensiven Anwendungen und großen Dateiformaten arbeitet.
  • Die Bandbreite wird fair unter allen Usern aufgeteilt, wodurch viele Nutzer an einem Standort gut zusammenarbeiten können.
  • Im SAN-Netzwerk findet der Austausch zwischen Servern und Speicher statt, ohne dass das normale Netzwerk belastet wird.
  • SAN-Server lassen sich erweitern und mit neuen Funktionen ausstatten, was wichtig für wachsende Unternehmen ist.
  • Mit einem guten IT-Team ist die Installation und der Betrieb kein großer Nachteil, sondern bietet viele individuelle Möglichkeiten.

 

Die Unterschiede im Überblick: NAS vs. SAN

 

NAS (Network Attached Storage)

  • Einsatz typischerweise in privaten Netzwerken und Kleinunternehmen mit bis zu 20 Arbeitsplätzen
  • relativ preiswert in Anschaffung und Unterhaltung
  • leicht zu managen und zu steuern
  • Speicherplatz lässt sich erweitern, aber nur in einem gewissen Rahmen
  • Stark von der Netzwerkgeschwindigkeit abhängig
  • lässt sich einfach in eine bestehende IT-Architektur einbauen
  • einzelne Bauteile in günstigen NAS-Servern können ausfallen
  • geeignet für einfache Office-Anwendungen und Bildspeicher

SAN (Storage Area Network)

  • Einsatz in Netzwerken unbeschränkter Größe, bei denen viele User gleichzeitig auf bestimmte Daten zugreifen müssen
  • höhere Kosten für Wartung, Betrieb und Hardware
  • benötigt einen Administrator, der die Installation überwacht
  • Speicherplatz skalier- und erweiterbar
  • extrem schnelle und stabile Datenverbindung
  • benötigt Änderungen in der IT-Architektur
  • von Grund auf redundant und ausfallsicher aufgebaut
  • geeignet für anspruchsvolle Einsatzbereiche oder für höhere Performance-Anforderungen

 

Fazit: Integrierte Lösungen für den Datenspeicher im Unternehmen

Um die Unterschiede zusammenzufassen: NAS sind in der Regel relativ günstige Einstiegssysteme, die sich für den Einsatz in kleinen Unternehmen anbieten. Sie benötigen keine umfangreiche Wartung, sondern sind direkt einsatzbereit. Dafür bringen sie weniger Leistung und arbeiten ein wenig langsamer, was sich vor allem dann zeigt, wenn Sie anspruchsvolle Software verwenden und viele große Dateien verarbeiten. SAN-Server sind komplexer aufgebaut und benötigen Fachpersonal, um vernünftig zu laufen. Sie können damit theoretisch unbegrenzt viele Daten in sehr hoher Geschwindigkeit abfragen – selbst, wenn viele Menschen gleichzeitig damit arbeiten. Diese Speichersysteme kommen daher vor allem in großen Netzwerken zum Einsatz. Das schlägt sich in höheren Kosten und einem höheren Verwaltungsaufwand nieder.

Grundsätzlich gibt es viele Möglichkeiten, um die Datenspeicher in Ihrem Unternehmen zu organisieren. Individuelle Lösungen und gegebenenfalls ein gemischter Einsatz beider Technologien kann der effizienteste Weg für Ihr Unternehmen sein. Wir helfen Ihnen gerne dabei, ein robustes und benutzerfreundliches Speichersystem aufzubauen. Sprechen Sie uns einfach an!

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